"Religionsunterricht - den haben wir nicht"
Dies berichtet die 15-jährige Schülerin Alina H. aus Bremen am 26.1.2010 gegenüber der TAZ. Thema des Gesprächs waren die Schülererfahrungen in einem besonderen Projekt: „Spuren suchen – Identität finden“.
Auf die Frage: „Hast Du auch die anderen Länder besser kennengelernt?“ antwortet die Jugendliche: „Ja, vor allem die verschiedenen Religionen. In meiner Klasse sind viele Muslime, darüber habe ich am meisten erfahren: Woran sie glauben, welche Feiertage sie haben und wie sie das in Deutschland leben.“ Hier hakt die Zeitung nach und fragt:
„Kommt so etwas sonst nicht zur Sprache, zum Beispiel im Religionsunterricht?“ Antwort der Schülerin: „Nein, den haben wir nicht. Es kommt nur mal in den Pausen vor, dass wir über solche Dinge sprechen.“
Die meisten Bremer Jugendlichen haben in ihren Schulen keinen Unterricht im Fach Religion. Dabei bietet dieses Schulfach gerade in Bremen eine ganz besondere Chance. Die Landesverfassung ermöglicht einen „bekenntnismäßig nicht gebundenen Unterricht“ auf „allgemein christlicher Grundlage“.
Leider weiß die Bremische Schulbehörde dies nicht zu schätzen. Sie duldet den extrem hohen Unterrichtsausfall und wird hier nicht schulaufsichtlich tätig. Es sind auch keine Anzeichen erkennbar, dass Programme und Initiativen zur Verbesserung der Situation eingeleitet würden.
So bleibt weiterhin für Alina und Tausende anderer Bremer Kinder nur der Schulhof als Ort der Information und des Austauschs über Religion übrig.
Schade, dass Bremen da nicht mehr zu bieten hat. Dabei könnte es durchaus kompetenten Unterricht durch religionspädagogische Fachlehrkräfte geben. Unbegreiflich, dass hier nicht endlich Abhilfe geschaffen wird!
Das TAZ-Interview
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