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(Quelle: http://www.weltreligionen-und-mystik.de   )          

 

Maria Petyt  - Auszüge aus ihren Texten 

 

 

 

 

„Obwohl mir das Gebet so viel Mühe machte und ich mich dabei so kalt fühlte, ohne Trost, Geschmack oder irgendeine gute Regung zu bemerken (wie es schien), harrte ich doch immer im Gebet aus und ließ es nicht sein und verkürzte die Zeit nicht,... .

Für mich war das kein geringer Schmerz, ein so großes und gewaltiges Begehren in mir zu fühlen, um Gott näher zu kommen, um alle Arten von Tugenden in mir zu bekommen, um das innere Gebet vollkommen zu erlangen usw. und auf der anderen Seite vom Geliebten nicht unterstützt, erleuchtet und gestärkt und fühlbar angeleitet zu werden, wozu mich mein Begehren so sehr trieb. Ich fühlte mich eher mit ziemlicher Gewalt zurückgehalten,...“ (Seite 20f)

 

 

„Manchmal fühlte ich mich in äußerste Bedrückung, Beklemmung, Leiden und Druck auf meinen Geist versetzt, so dass mir die Welt zu eng zu sein schien, als ob meine Seele zwischen zwei Mühlsteine geklemmt wäre oder mit Schwertern durchstochen zwischen Himmel und Erde hinge ohne eine Stütze von oben oder unten, d.h. weder von Gott noch von den Menschen ...“ (Seite 26)

 

 

„Die brennende Liebe wirkt in mir auf sehr stille Weise durch feurige Flammen, die mich mit meinem Geliebten vereinigen, indem sie mich verzehren und verbrauchen. Ich tue nichts anderes als Lieben. Mein Herz und all mein Inneres ist beständig wie eine glühende Kohle. Das Liebesfeuer brennt unaufhörlich, ohne dass ich ihm meinerseits Nahrung gebe, um es am Brennen zu erhalten. Die innerste Gegenwart und das beständige Schauen des Geliebten gibt dem Feuer fortwährend Nahrung, so dass es nie ausgeht oder abkühlt.“ (Seite 41)

 

 

„Als ich einmal voller Zweifel war, ob ich Gott liebte und ob seine Liebe in mir wäre – ich nahm sie nämlich nicht wahr und fühlte sie nicht – wurde mir geantwortet: sinke in dein Nichts und bleibe beständig darin. Dann wird Gott sich selbst in dir, durch dich und ohne dich lieben; er wird sich selbst erkennen, verherrlichen und verehren. Deine aus dir selbst kommende Liebe zu Gott ist für Gott überhaupt nichts. Nur Gott kann sich selbst würdig lieben in uns, mit uns, durch uns und ohne uns. Und dieses kann nirgends besser geschehen als in den Menschen, die in ihrer Nichtigkeit bleiben.

Ich richtete mich danach und stellte mich darauf ein und blieb fortan ruhig.“ (Seite 46)

 

 

„Ich fasste mir also ein Herz und warf mich in die Arme Gottes. Ich gab mich und alles, was in der Welt ist, hin und ließ es los. Von jener Stunde an habe ich eine solche Kraft in meiner Seele erhalten, dass ich seit jener Zeit wie ein unbeweglicher Fels inmitten der Brandung der See bin.“ (Seite 49)

 

 

Alle Texte sind mit der freundlichen Genehmigung des Verlages der folgender Quelle entnommen:

Maria Petyt: Leben aus dem Nichts, 1.Aufl. 1995

© Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach (im Internet unter http://www.vier-tuerme.de/Verlag/ )

 

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