(Quelle:
http://www.weltreligionen-und-mystik.de
)
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Evagrius Ponticus
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365 - 399 |
Christlicher Mystiker aus dem orthodoxen Christentum (einer der Wüstenväter) |
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Evagrius Ponticus wurde 365 in Pontus (Griechenland) geboren. Er erhielt seine Lektorenweihe von Basilius und seine Diakonenweihe von Gregor von Nyzanz. Nach einer persönlichen Krise – er hatte sich mit einer verheirateten Frau eingelassen – zog er sich in ein strenges asketisches Leben zurück. Von 383 bis zu seinem Tode im Jahr 399 lebte er in der ägyptischen Wüste. Evagrius wurde stark beeinflusst von Abbas Makarios von Alexandria und Abbas Makarios dem Großen, auch steht er in der geistigen Tradition von Origenes. Er war der erste bedeutende Schriftsteller unter den Mönchen der ägyptischen Wüste. Zudem war er der erste, der die Lehren der Wüstenväter über das Gebet in ein zusammenhängendes System gefasst hat. Die Schriften von Evagrius Ponticus waren bereits zu Lebzeiten hoch angesehen, gerieten allerdings nach seinem Tod ins Zwielicht, als im 6. Jahrhundert bestimmte Thesen von Origines verurteilt wurden. Seine Forderung nach einer Kontemplation, die so rein ist, dass es keine (begrenzten und begrenzenden) Bilder mehr gibt, führte beispielsweise zu der Kritik, dass er sich zu weit von der christlichen Lehre entfernt habe. Evagrius schrieb eine Trilogie, in der er seine Sicht des mystischen Lebens niederlegte: Praktikos, Gnostikos, sowie die Kephalaia Gnostica. Dazu kommen noch 153 Kapitel „Über das Gebet“ (De Oratione). Evagrius Ponticus ist nicht nur ein Theologe des alten Mönchtums, sondern auch ein hervorragender Psychologe. Ziel des asketischen Lebens, das im Verständnis von Evagrius ein Kampf gegen Laster und Leidenschaften ist, ist die apatheia, die Leidenschaftslosigkeit oder innere Ruhe. Erst durch diese wird der Weg zum echten Gebet bereitet und die Schau Gottes, die contemplatio dei, ermöglicht. Im „Praktikos“, dem bekanntesten Werk Evagrius über das asketische Leben entwickelt er eine vollständige Lehre von der Askese. Für viele moderne Leser stellt allerdings die dahinter stehende Vorstellung von dem asketischen Leben als einem Kampf gegen Dämonen (deren Existenz in der Zeit des Neuen Testamentes und des frühen Christentums unumstritten war) wohl kein geringes Hindernis für das Verständnis dieser Texte dar. Leichter verständlich und unserer Sprache näher sind seine Ausführungen „Über das Gebet“, die seine tiefe Kenntnis des kontemplativen Weges bezeugen.
BJ |
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Quellen: Evagrius Ponticus: Praktikos – Über das Gebet, 2. Aufl.1997 © Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach (im Internet unter http://www.vier-tuerme.de/Verlag/ ) Jäger, Willigis: Frauen und Männer der Mystik: Evagrius Pontikus, in: Kontemplation (Zeitschrift der Würzburger Schule der Kontemplation), Ausgabe 1/2001. |
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