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(Quelle: http://www.weltreligionen-und-mystik.de   )  

         

Evagrius Ponticus - Auszüge aus den 153 Kapiteln "Über das Gebet"

           

 

 

Kapitel 3

„Das Gebet ist ein andauernder inniger Umgang des Menschen mit Gott. Welchen Seelenzustand braucht dann der Mensch, damit er, ohne schwach zu werden, sich an seinem Herrn ausrichte und unmittelbar mit ihm verkehre?“

 

Kapitel 4

„Wenn schon Moses sich dem brennenden Dornbusch so lange nicht nähern konnte, bis er seine Schuhe ausgezogen hatte, warum solltest du dich dann nicht erst von jedem deiner durch Leidenschaft verursachten Gedanken lösen, damit du dem einen dich nähern kannst, der jenseits aller Gedanken und Begriffe ist?“

 

Kapitel 9

„Gib dich also entschlossen ganz dem Gebete hin. Achte dabei weder auf Sorgen noch auf andere Gedanken, die in dir aufsteigen, während du betest. Alles, was sie bei dir erreichen können, ist, dich zu stören und dich zu beunruhigen, um schließlich deine entschlossene Zielgerichtetheit ins Wanken zu bringen.“

 

Kapitel 13

„Solltest du dich auf irgendeine Weise an einem Menschen, der dir Unrecht getan hat, rächen wollen, so wisse, dass dir das bei deinem Gebet zum Hindernis werden wird.“

 

Kapitel 22

„Ein Mensch, der Kränkungen und Verstimmungen nicht vergessen kann und trotzdem zu beten versucht, gleicht einem Menschen, der aus einer Quelle Wasser schöpft und es in ein Faß voller Löcher gießt.“

 

Kapitel 32

„Ich habe oft darum gebetet, was für mich gut erschien, und so habe ich immer wieder meine Bitte vorgetragen, um damit den Willen Gottes zu beeinflussen. Ich konnte es einfach nicht seiner Vorsehung überlassen, mir das zu gewähren, was wirklich gut für mich war. Als ich schließlich bekam, worum ich gebeten hatte, war ich enttäuscht darüber, denn das, was ich so hartnäckig für mich erstrebte, entsprach nicht den Vorstellungen, die ich davon hatte.“

 

Kapitel 60

„Bist du ein Theologe, dann weißt du auch richtig zu beten. Wenn du wirklich zu beten verstehst, so bist du ein Theologe.“

 

Kapitel 66

„Wenn du betest, dann stelle dir die Gottheit nicht als Bild vor. Halte deinen Geist überhaupt frei von jeglicher Form und nähere dich ohne jede Materie dem immateriellen Wesen, denn so nur wirst du es erkennen.“

 

Kapitel 80

„Wenn du wirklich betest, entsteht in dir ein tiefes Gefühl des Vertrauens. Engel werden dich begleiten und dir den Sinn der ganzen Schöpfung erschließen.“

 

Kapitel 114

„Du darfst dir beim Beten auf keinen Fall ein Bild von irgend etwas machen, du darfst dir nichts vorstellen.“

 

Kapitel 131

„Fliehe nicht die Armut und meide auch nicht die Anfechtung, denn sie sind wichtige Bausteine für das Gebetsgebäude, das du errichten willst.“

 

Kapitel 149

„Wenn du mit innerer Aufmerksamkeit das Gebet suchst, wird es dir nicht vorenthalten, denn die Aufmerksamkeit ist das Mittel, das ihm am besten den Weg bereitet. Sie musst du also pflegen.“

 

Alle Texte sind mit der Genehmigung des Verlages der folgender Quelle entnommen:

Evagrius Ponticus: Praktikos – Über das Gebet, 2. Aufl. 1997

© Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach (im Internet unter http://www.vier-tuerme.de/Verlag/ )

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