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(Quelle: http://www.weltreligionen-und-mystik.de   )  

 

Benedikt von Canfield 

 

1562 - 1610

Christlicher Mystiker aus England

 

 

Benedikt von Canfield wurde 1562 als Sohn des Lord of Little Canfield in Essex (England) geboren und in der anglikanischen Kirche auf den Namen William Fitsch getauft.

 

Mit 17 Jahren kam er nach London, um dort Jura zu studieren. Dort kam er auch in Kontakt zum Katholizismus, der durch Staatsgesetz verboten war; die Tätigkeit katholischer Priester wurde mit Gefängnis, vereinzelt sogar mit den Tod bestraft. Nach der Lektüre der Schrift eines Jesuiten und langen Gesprächen mit Freunden ließ sich William 1585 von einem inhaftierten Priester heimlich in die katholische Kirche aufnehmen.

Wenige Monate später wanderte er nach Frankreich aus und trat im Alter von 25 Jahren bei den Kapuzinern in Paris ein. Dort wurde er schon bald zum Novizenmeister ernannt und auch später immer wieder mit wichtigen Ämtern betraut.

 

1599 reiste P. Benedikt nach England, obwohl die Einreise katholischer Priester verboten war. Man entdeckte in seinem Gepäck das Brevier und verhaftete ihn. In der Haft erstellte er u.a. das Manuskript seines Hauptwerkes, der „Regel der Vollkommenheit“.

Nach dreieinhalb Jahren wurde er auf Betreiben des französischen Königs aus der Haft entlassen und konnte nach Frankreich zurückkehren.

Benedikt von Canfield verstarb bereits im Alter von 48 Jahren am 21. November 1610. Seine letzten Worte waren der Ausruf: „O wunderbarer, o unbegreiflicher Abgrund der Liebe Gottes!“

 

Benedikt von Canfield wird bisweilen der Johannes vom Kreuz Frankreichs genannt. In seinen Schriften wird deutlich, dass er trotz seines aktiven Lebens ein immer tieferes mystisches Leben geführt hat. Sein Hauptwerk, die „Regel der Vollkommenheit, enthaltend eine kurze und klare Zusammenfassung für das ganze geistliche Leben, zurückgeführt auf einen Leitbegriff, das göttliche Wollen, gegliedert in drei Teile“ stellt eine Richtschnur, eine Leitidee dar für geistliches Leben. Dabei handeln die drei Teile vom äußeren göttlichen Wollen (das aktive Leben), vom inneren Wollen (das kontemplative Leben) und vom wesentlichen Wollen (die alles natürliche Geschehen überragende Offenbarung in der unmittelbaren Wesensschau Gottes).

 

BJ  

 

 

Quelle:

Werner-Egon Gross: Du, o Gott, bist das Alles,

© Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach

(im Internet unter http://www.vier-tuerme.de/Verlag/ )

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