(Quelle:
http://www.weltreligionen-und-mystik.de
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Meister Eckhart |
1260 – 1328 | Bekannter christlicher Mystiker aus Deutschland |
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Eckhart wird um 1260 in Thüringen geboren. Bereits in früher Jugend tritt er in Erfurt in den Dominikanerorden ein. Schon bald wird er mit leitenden Ämtern betraut, ist mit wenig über dreißig Jahren bereits Abt des Klosters in Erfurt und Ordensprior von Thüringen. In dieser frühen Zeit entsteht auch bereits einiges von dem Schönsten und Hilfsreichsten, was von Eckhart überliefert ist, eine kleine Sammlung von Tischlesungen und Lehrgesprächen: die "Reden der Unterweisung". Es geht dort um mystisch geprägte spirituelle Lebensgestaltung, geübt in Gebet und Versenkung und ebenso auch im Tun des Alltags. 1300 schickt der Orden Eckhart auf einen seiner Lehrstühle in Paris; er
gibt ihm so die Gelegenheit, dort die Magisterwürde zu erlangen. Nach zwei
Jahren schon legt Eckhart sein Examen ab; er ist jetzt Magister, eingedeutscht
"Meister" - daher: Meister Eckhart. Der Orden ruft ihn zurück, bestellt ihn zum Leiter der sächsischen und
dann auch der böhmischen Ordensprovinz. Aus dieser Zeit stammt das wohl reifste
deutschsprachige Werk Eckharts, das "Büchlein der göttlichen
Tröstung". Wahrscheinlich ebenfalls in diesen Jahren entstand eine
inhaltlich eng verwandte Schrift, der Sermon "Vom edelen Menschen". Beide Werke entfalten Eckharts zentrales Thema von „dem Einen“, von der
einen großen Wirklichkeit Gottes, aus der alles ist und in der alles ist und
die alles trägt und in sich birgt. Aber schon 1310 oder 1311 finden wir Meister Eckhart wieder in Paris, jetzt auf dem Lehrstuhl eines Professors (Magisters) der Theologie. Es entstehen umfangreiche wissenschaftliche Abhandlungen in lateinischer Sprache: vor allem ein groß angelegtes dreiteiliges Werk, das "Opus tripartitum", das aber wohl nie vollendet wurde, und ein Kommentar zum Evangelium des Johannes. Der Orden setzt Eckhart jedoch recht bald wieder in Deutschland ein. Er wird Leiter der Ordensschule und des Dominikanerkonvents in Straßburg (1314). Es beginnen die Jahre, in denen sich Eckharts Ruf als großer Prediger weithin ausbreitet. Ein Teil dieser Predigten ist uns bis heute erhalten. Ab 1320 bricht für den nun schon sechzigjährigen Meister Eckhart
allerdings eine kritische Zeit an. Zwar wird er Lehrer der berühmten
Ordenshochschule in Köln. Aber der Erzbischof von Köln erhebt beim Papst Klage
gegen Eckhart wegen irrgläubiger Lehren. Erst nach Eckharts Tod (er ist vermutlich 1328 gestorben), im Jahre
1329, ergeht in dem Kirchenprozess das Urteil. Eine Bulle des Papstes Johannes
XXII. erklärt insgesamt 28 Sätze Eckharts für ketzerisch oder doch für
ketzerisch und übel klingend. Der Anfang der Bulle
beleuchtet besonders treffend Situation und Geist jener Jahre
und jenes Konflikts: "Für wahr, mit Schmerz tun Wir kund, dass in dieser Zeit einer aus
deutschen Landen, Eckehart mit Namen, und, wie es heißt, Doktor und Professor
der Heiligen Schrift, aus dem Orden der Predigerbrüder, mehr wissen wollte als nötig war, und ......hat dieser
irregeleitete Mensch - gegen die hell-leuchtende Wahrheit des Glaubens auf dem
Acker der Kirche Dornen und Unkraut hervorbringend - ..zahlreiche Lehrsätze vorgetragen, die den wahren Glauben in
vieler Menschen Herzen vernebeln ...." Inzwischen ist Meister Eckhart rehabilitiert: Theologen unserer Zeit, unterstützt von Wissenschaftlern anderer Fakultäten, haben gezeigt, dass Eckharts Theologie sich durchaus im Rahmen christlich verantwortbarer Lehre hält. Heute ist er zweifelsfrei als einer der großen christlichen Mystiker anerkannt. Dr. Jürgen Linnewedel |